Hunzinger Luxemburg

Rengha Rodewill verschafft sich interessante Einblicke in das Leben der berühmten jüdischen Berliner Bildhauerin Ingeborg Hunzinger (1915–2009). Zahlreiche Fotografien von 2008 aus Haus, Atelier und Garten werden gezeigt. Rodewill dokumentiert außerdem wichtige Skulpturen im Berliner Stadtraum von 2011 die von der Künstlerin geschaffen wurden. Hunzingers bedeutendes Werk ist aber der "Block der Frauen" in der Berliner Rosenstraße, das Denkmal erinnert an den Aufstand Berliner Frauen 1943, der Rosenstraßen-Protest. Ein biografischer Text über die Bildhauerin führt den Leser in das unruhige Leben Hunzingers von Beginn der Kindheit in einem wohlhabenden Berliner arisch-jüdischem Elternhaus. Die Krönung ihres Lebenswerkes sollte eine lebensgroße Skulptur von Rosa Luxemburg, die sie sehr verehrte, werden. Vor der Berliner Volksbühne, auf dem gleichnamigen Platz, wollte man sie aufstellen. Ingeborg Hunzinger ist bis heute Berlins prägendste Bildhauerin. Mitten in der Arbeit im Alter von 94 Jahren verstarb die Bildhauerin am 19. Juli 2009 in Berlin. Auf dem "Alten Friedhof Wannsee", wurde sie im Familiengrab ihres Großvaters, dem bedeutenden Berliner Maler Philipp Franck beigesetzt. Die letzten Fotos von Rodewill sind von Januar 2019 aus Berlin-Rahnsdorf, sie zeigen die Veränderungen an Haus und Garten in der Fürstenwalder Allee 12.

Rosa Luxemburg gewährt literarische Einblicke in ihren emotionalen Liebesbriefen an Leo Jogiches, dem Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Clara Zetkin, Mathilde Jacob, Karl Liebknecht sowie an ihren jungen Geliebten Kostja Zetkin. Die Liebesbriefe sind zartfühlend und dann wieder rebellisch; wir erleben die politische Kämpferin außerhalb der Klassenkämpfe in ihrer widerspruchsvollen Privatsphäre. Unzählige Briefe schrieb Rosa Luxemburg an Leo Jogiches und Kostja Zetkin, die in einer großen Auswahl erhalten geblieben, deren Inhalte aber nicht nur schöne Worte und liebe Botschaften sind, sondern Betrachtungen über politische Ereignisse, sowie unvermittelte Analysen der gegenseitigen Gefühle und Kritik am Verhalten der Geliebten aufzeichnen.

Kostja Zetkins Lebensspuren mit seiner Frau Gertrude Bardenhewer werden in teils erstmals veröffentlichen Bildern gezeigt. Das besondere, historische Bildmaterial umfasst die Jahre in Frankreich, USA und Kanada.

 

E-Book
ca. 185 S., 133 Fotos Schwarz-Weiß und Farbe
Preis: 6,99 Euro
März 2019
ISBN: 978-3-9820572-1-7

Printausgabe 2012, Karin Kramer Verlag Berlin
ISBN: 978-3-8795636-8-5


 

Das Zusammenfinden von Lyrik und Fotografie so lyrisch die Fotografien von Rengha Rodewill sind, so bildhaft ist Strittmatters LyrikRequisiten sind jenseits der Bühne nur beliebige Gegenstände, die nach der Vorstellung wieder in Regalen und dunklen Kammern verschwinden. Doch auf der Bühne bestimmen sie, sorgsam ausgesucht, die Emotionen mit und tragen zu einem gelungenen Abend bei. Die Berliner Künstlerin Rengha Rodewill hat in atmosphärischen Fotos die verborgenen Welten hinter der Bühne der Deutschen Oper Berlin wieder ans Licht gebracht und in einen Dialog mit den zeitlosen Gedichten Eva Strittmatters gestellt, sodass im Zwischenspiel der beiden Kunstformen ein neuartiges ästhetisches Erlebnis entsteht.

...Das lange Gedicht »Der junge Stendhal in Paris 1805«, das seine Tagebücher aufnimmt und umsetzt, dazu der Barlach-Kopf, der die Oper beherrscht, es hat mich erstaunt und verwundert mich, wie Rengha Rodewill meine Gedichte zu lesen versteht, welch eine Innenwelt sie ihnen abgelesen hat. Der Einbruch der Oper, des Schicksals in meine verborgene Wald-Existenz erhebt mich, schafft mir eine ganz unerwartete Sicht auf meine Gedichte und auf das von mir doch gelebte vergangene Leben ...
Eva Strittmatter, Vorwort (Auszug)

Eva Strittmatter (1930–2011) zählt zu einer der populärsten und meistgelesen Lyrikerin der Gegenwart, ihre Bücher erreichten Auflagen in Millionenhöhe. Ihr schriftstellerischer Nachlass wurde 2015 der Akademie der Künste in Berlin übergeben, zusammen mit dem ihres Mannes Erwin Strittmatter.

E-Book
ca. 170 S., 74 Fotos Schwarz-Weiß, 55 Gedichte
Preis: 6,99 Euro
Erscheint 2019
ISBN: 978-3-9820572-4-8

Printausgabe 2010, Plöttner Verlag Leipzig
ISBN: 978-3-8621100-5-6

 

 

Eine assimilierte jüdische Familie zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Berlin. Der Gymnasialprofessor Dr. Karl Pappenheim und seine Frau Erna geb. Nagel haben die Beletage in der Söhtstraße 1 in Lichterfelde bezogen und das erste Kind wird erwartet. 1908 wird der Sohn Hans Eugen geboren und 1910 beginnt die junge Mutter mit den Aufzeichnungen ihres Alltags in Berlin. Es sind die Erlebnisse in den Ferien in Krummhübel, eine Stadt im Riesengebirge, dem heutigen polnischen Karpacz und im Ötztal mit dem Sohn und Kindermädchen. 1911 werden die Zwillingen Inge und Ursel geboren und Erna Pappenheim beobachtet und beschreibt den Werdegang ihrer Kinder. Das Verhalten von Mädchen und Knaben ist ihr sehr vertraut, der Schwiegervater, der Fröbelpädagoge Dr. Eugen Pappenheim hat seinen Töchtern Anna und Gertrud und dem Sohn Karl, Ernas Ehemann, das Engagement für die Fröbelbewegung weitergegeben. Herausragend war Eugen Pappenheims Tochter Anna, die als Anna Wiener-Pappenheim, Schulleiterin und höchst anerkannte Publizistin, mehrerer Verbände und Vereine angehörte.

Es besteht ein großer familiärer Zusammenhalt bei den Pappenheims, vieles wird gemeinschaftlich besprochen und gelebt. Die Aufzeichnungen der Erna Pappenheim spiegelt diese Leben sehr anschaulich wieder, es ist ein beachtenswertes Zeitdokument. Sie lässt uns teilhaben am Leben in den Kriegsjahren mit der mangelhaften Versorgung der Bevölkerung, die auch im gehobenen Bürgertum äußerst schmerzhaft wahrgenommen wurde.
Ergänzend zu den Eintragungen in den Tagebüchern der Erna Pappenheim, sind historische Aufnahmen der Familie, der Ferienorte aber auch Feldpostbriefe, 1915 eingeführte Brotmarken, die späteren Vollmilchkarten und Reichsfleischkarten.

Die Tagebücher geben uns einen kurzweiligen Einblick in das Leben des gehobenen Bürgertums Berlin vor 100 Jahren.

E-Book
ca. 110 S., 80 Fotos
Preis: 6,99 Euro
Erscheint 2019
ISBN: 978-3-9820572-3-1

 

 

Die Fotografin Rengha Rodewill ist den Wegmarken von Eva Strittmatter mit der Kamera gefolgt. Sie hat die besonderen Orte von der Geburtsstadt Neuruppin, Kindheit bei den Großeltern in Frankendorf, Berlin und Schulzenhof, bis hin zur Beerdigung der Dichterin dokumentiert. Rodewill zeigt beeindruckende Fotografien, die die Lebensspuren Eva Strittmatters aufzeichnen. Begleitend dazu erzählt die Künstlerin über ihre vielen persönlichen Eindrücke, Gespräche und Erlebnisse mit Eva Strittmatter. Rodewill war fasziniert von der Persönlichkeit dieser Frau. Eva Strittmatter, die "Grande Dame der Deutschen Lyrik", die Dichterfürstin, zählt bis heute zu den populärsten und meistgelesenen Lyrikerinnen der Gegenwart. 

E-Book
ca. 180 S., 86 Fotos Schwarz-Weiß und Farbe
Preis: 6,99 Euro
Erscheint 2019
ISBN: 978-3-9820572-2-4